Airport Night Run Berlin 2017

Das war’s – das erste Rennen des Jahres ist geschafft. Ich bin heute immer noch total überwältigt von den Emotionen des gestrigen Abends. Für alle, die selbst nicht dabei waren oder den Tag nochmal Revue passieren lassen möchten, gibt’s heute meinen ganz persönlichen Bericht zum Airport Night Run Berlin 2017.

Der Night Run fand, wie in den letzten Jahren auch, auf dem noch nicht und vielleicht auch nie fertigen Flughafen Berlin-Brandenburg statt. Vor dem Lauf dachte ich: super, fünf Kilometer über’s Rollfeld hin und fünf Kilometer über’s Rollfeld wieder zurück. Fast hatte ich Angst, dass mir während des Laufens die  Motivation verloren gehen würde. Das Gegenteil war der Fall!

Aber fangen wir mal vorne an. Angereist sind wir mit dem Auto, um nicht nach dem Lauf den doch etwas weiteren Weg mit der BVG wieder nach Berlin rein fahren zu müssen. Shuttlebusse zu nächstgelegenen Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel waren aber eingerichtet.

Die Starts für den Halbmarathon und den 10km-Lauf wurden beide um zehn Minuten nach hinten verschoben. Ob das wohl an der wie immer viel zu langen Schlange vor den Toilettenhäuschen lag… ?

Wir haben die Zeit vor dem Start genutzt, um vor der Bühne noch ein bisschen beim Warmup mit zu hüpfen und uns einzulaufen, wofür genug Platz da war. Dann ging’s relativ schnell zum Start.

Die angekündigten Pacer waren dank der Fahnen am Rücken leicht zu finden und für die 10km mit Zeiten zwischen 45 und 60 Minuten eingeteilt. Meine letzte Bestzeit (und die meines ersten 10km-Laufes) lag bei etwas über einer Stunde acht Minuten. Das war im Oktober letzten Jahres. Inzwischen habe ich läuferisch viel trainiert und mich so ganz mutig erstmal an den Pacer für die 60 Minuten rangehängt. Kann man ja mal versuchen, denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Auf dem ersten Kilometer konnte ich prima mit dem Pacer mithalten – lag aber wohl auch daran, dass es ziemlich eng war auf der Strecke und Vorankommen nur so schnell möglich war, wie sich die Menge fortbewegt hat :D. Trotzdem war ich ganz dankbar für den Pacer, es ist schon super hilfreich, sich gerade direkt nach dem Start an jemandem orientieren zu können. Bei anderen Läufen bin ich oft zu schnell los gelaufen oder habe mir im Kopf Stress gemacht: “Du musst schneller laufen, los, an den Leuten vorbei, da ist eine Lücke, jetzt hier lang… Du kannst das sonst nicht mehr aufholen und schaffst deine angepeilte Zeit nicht.”. Ich glaube, dass ich durch alles, was in meinem Kopf so los war, schon den ein oder anderen Lauf in den Sand gesetzt habe. Gestern war das anders, sich an den Pacer zu halten war eine echte Erleichterung. Das würde ich jederzeit wieder machen.

Bei Kilometer 4 etwa hat mich der Pacer dann allerdings abgehängt. Da ich da aber schon wusste, dass es so oder so eine neue Bestzeit für mich wird, war das für mich in dem Moment kein Problem. Ich habe mich richtig gut gefühlt und gedanklich ganz oft wiederholt, dass ich das gut mache und ich den Lauf genießen möchte. Klingt doof, hilft aber :D. Die Strecke war dann auch gar nicht so langweilig wie gedacht. Zu Anfang und Ende des Laufs ging es rund ums Terminal und unter den Zubringer-Brücken für die Flugzeuge durch. Eine Trommelgruppe und zwei laute Musikboxen haben ihr Übriges für die gute Stimmung getan. Als es dann dunkel wurde, haben die bunten Lichter des Rollfeldes den Läufern den Weg gewiesen. Manchmal nervt es mich bei sowas ein wenig, wenn Läufer mittendrin einfach stehen bleiben, um Selfies zu schießen. Gut, ich freue mich auch über schöne Fotos. Aber einen Lauf würde ich dafür nicht unterbrechen, da geht’s nur ums Weiterkommen. Glücklicherweise war das Rollfeld groß genug, so dass man den Selfie-Schießern gut ausweichen konnte und die meisten haben doch immerhin so viel Rücksicht genommen, das Smartphone erst am Streckenrand auszupacken.

Und wenn wir von Stimmung reden, möchte ich unbedingt ein großes Lob an die ganzen Helfer von berlin läuft! loswerden! Ihr wart toll! Da außer im Start- und Zielbereich absolut keine Zuschauer anzutreffen waren, habe ich mich über jeden applaudierenden Helfer wirklich gefreut. Auch, wenn man sich als einzelner applaudierender Helfer vielleicht blöd vorkommt: ihr macht einen tollen Job und als Läufer freut man sich über jeden herzlichen Zuruf!

Kurz vor Schluss hat dann das GPS meiner Uhr leider schlapp gemacht, so dass ich kaum zeitliche Orientierung mehr hatte. Das ging aber wohl einigen Läufern auf diesem Streckenabschnitt so. Die letzten beiden Kilometer ging’s dann also ohne auf die Pace zu achten einfach nur weiter in Richtung Ziel. Nach wie vor fühlte ich mich gut, die gerade flache Strecke sorgte für gute Zeiten und außerdem war ich froh, mich für eine kurze Hose entschieden zu haben – kaum Wind und für April wirklich warme Temperaturen, so läuft es sich doch am besten!

Im Zieleinlauf hatte ich dann richtig Glück, denn direkt neben mir lief die erste Frau des Halbmarathons ins Ziel – begleitet von viel Jubel und guter Laune. Und auch für mich war es ein echt schönes Gefühl, neben so einer Top-Läuferin einlaufen zu können. Eine schöne Motivationsspritze auf die letzten Meter!

Und wenige Stunden nach dem Lauf war es dann auch offiziell, mit meiner Zeit von 01:02:53 war ich bei meinem zweiten 10km-Lauf gut fünf Minuten schneller als bei meinem ersten. Und für den nächsten wird wieder die Stunde angepeilt!

Nach dem Lauf gab’s dann noch erfrischende Getränke und einen Apfel vom Veranstalter. Und natürlich die obligatorische Bratwurst, auf die ich nach einem Lauf einfach nicht verzichten kann :D. Die Stimmung war nach wie vor auch echt schön. Bierbänke, Essen und Musik haben absolut zum Verweilen eingeladen.

Allen, die an diesem Wochenende noch einen Lauf vor sich haben – die Marathons in Paris oder Hannover stehen ja an beziehungsweise laufen gerade – wünsche ich ganz viel Erfolg! Genießt es und seit stolz auf euch, egal was die Uhr nach dem Zieleinlauf sagt!

Ich freue mich schon, euch bald vom nächsten Lauf berichten zu können!

Eure Paula

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