Aus meiner Sicht bist du wunderbar

Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Dir, euch und allen, die sich manchmal nicht schön finden. Ich weiß, dass das, was wichtig ist, die inneren Werte sind. Dass wir uns viel mehr auf unsere Stärken, unseren Charakter und unser Handeln konzentrieren sollten. Doch das fällt manchmal schwer. Sich äußerlich gar nicht zu vergleichen, dafür braucht es einen sehr starken Geist. Den zu finden und aufzubauen braucht Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen.

In dieser Zeit hilft es, ab und an einen Perspektivenwechsel anzustellen, um zu erkennen, wie schön ihr eigentlich seid und wie unwichtig es doch gleichzeitig ist, sich überhaupt darüber Gedanken zu machen.

Stellt euch einmal eine junge Frau vor. Sie ist klug und gebildet, weiß eigentlich, was sie will. Doch immer wieder kommen in ihr diese Zweifel auf. Bin ich schön genug? Bin ich schön genug für Andere, für den Mann an meiner Seite?

Sein Körperbild nicht über die Meinung anderer oder der Medien zu definieren ist richtig, aber gleichzeitig auch sehr schwierig. Deshalb möchte ich euch die Geschichte weiter erzählen.

Die junge Frau sitzt am Abend mit ihrem Freund auf dem Sofa. Eigentlich ein schöner Abend, doch dann kommen in ihr wieder diese Zweifel hoch. Und sie kann sie nicht verstecken. Sie wird immer trauriger, fällt in sich zusammen. Sie betont nochmal mehr all die Stellen an ihrem Körper, die ihr nicht gefallen. Sie sitzt extra schief und drückt mit den Händen die Haut an den Oberschenkeln zusammen. Diese verhasste Cellulite. Sie schaut auf ihren Bauch und deutet auf die ganzen Stellen, die ihr viel zu dick erscheinen. Sie zeigt ihren Oberkörper, die Dehnungsstreifen. Je mehr sie sich darauf konzentriert, desto unglücklicher wird sie. War der Abend nicht gerade noch schön? Was ist passiert?

Sie fragt ihren Freund, ob er sie überhaupt noch liebt. Wenn sie jetzt schon so aussieht, wie dann erst nach einer Schwangerschaft oder im Alter? Das alles macht ihr Angst. Große Angst.

Vielleicht erwarten wir jetzt, dass der Freund sagt “Natürlich liebe ich dich. Du siehst immer toll aus!”. Doch genau das tut er nicht. Stattdessen wechselt er die Perspektive.

Auch er setzt sich krumm und schief auf’s Sofa, schiebt den Bauch heraus, soweit er kann und winkelt das Kinn zu einem dicken Doppelkinn an. Dann guckt er seine Freundin an und fragt sie ebenfalls, ob sie ihn noch liebe.

Und sie beginnt zu lachen. Sie lacht ihn nicht aus. Es ist ein herzliches Lachen, ein befreiendes. Natürlich liebt sie ihn. Und in diesem Moment fühlt sie es. Dieses Gefühl, dass ihr egal ist, wie er aussieht oder sich verändert. Sie sieht sein Lachen, seinen Blick. Sie versteht jetzt sein Kopfschütteln darüber, wie sie sich nicht schön finden kann.

Sie fallen sich in die Arme. Sie lachen. Im Leben trifft man wirklich auf genug Probleme. Seinen eigenen Körper nicht so zu lieben, wie er ist, sollte keines davon sein. Ihr seid schön.

Wenn ihr so weit seid, euch nur auf innere Werte konzentrieren zu können, ist das wundervoll. Behaltet euch die Einstellung bei solange ihr könnt und tragt sie in die Welt hinaus. Eine positive Einstellung zu sich selbst ist so unglaublich wichtig und lässt viele andere Dinge im Leben auch gleich positiver erscheinen.

Vielleicht schaut ihr aber manchmal auch die Profile von Bodypositivity-Bloggern an und denkt euch “Wie schön. Die Einstellung hätte ich auch gerne. Aber da komme ich wohl nie hin.”. Vielleicht habt ihr auch den Film “Embrace” gesehen und konntet das alles irgendwie nachvollziehen, fandet es irgendwie richtig. Und doch ist es so schwierig, selbst diese Einstellung zu verinnerlichen. Stimmt, wenn ihr nicht damit anfangt, wird das schwierig. Doch wenn ihr die kleinen Momente zwischendurch nutzt, vielleicht die Perspektive wechselt, versucht, euch auf das zu konzentrieren, was euch im Leben gerade wirklich beschäftigt oder auf die schönen Dinge, die euch gerade umgeben und die vielen schönen Stellen eures Körpers, dann könnt ihr Schritt für Schritt den Weg zu mehr Selbstliebe und -akzeptanz gehen.

Denn ihr seid schön.

 

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