Bin ich gut genug?

So oft im Leben fragen wir uns, ob wir eigentlich gut genug sind. Manchmal geht es dabei um Leistungen, in der Schule, an der Uni oder im Sport. Oft geht es um zwischenmenschliche Beziehungen. Manchmal sind es scheinbar oberflächliche Dinge. Und fast immer zweifeln wir dann an unserem Selbstwertgefühl.

Bin ich nicht gut genug gewesen und hat sich der/die Ex-Partner/in deshalb von mir getrennt? Bin ich hübsch genug? Reichen meine Leistungen? Kann ich das schaffen?

Diese Fragen begegnen uns allen jeden Tag. Manchen vielleicht mehr oder weniger als anderen, aber irgendwie sind sie doch immer da. Deshalb möchte ich mit euch die Perspektive wechseln und den Blickwinkel auf diese Situationen so verändern, dass wir uns eigentlich die Frage “Bin ich genug?” selbst beantworten können. Denn ja, wir sind genug. Und eigentlich auch noch viel mehr. Wir müssen es nur öfter sehen.

Nach einer Trennung sind wir oft niedergeschlagen und fragen uns, ob wir nicht gut genug waren. Gut genug hieße in diesem Fall gut genug für den/die Ex. Und wer bestimmt dann, was gut genug ist? Der/die Ex. Doch haben wir uns von dieser Person nicht gerade erst getrennt? Haben wir nicht gerade beschlossen, unseren eigenen Weg zu gehen? Sind wir nicht wütend, traurig oder niedergeschlagen wegen dieser Person? Trennungsgründe gibt es so viele – aber sicherlich keiner davon ist, dass jemand nicht gut genug ist. Vielleicht passen Charaktere nicht zusammen oder Lebensvorstellungen gehen so weit auseinander, dass ihr einfach nicht zusammen findet. Das ist okay. Und hat nichts damit zutun, dass ihr nicht gut genug seid. Gerade in solch schwierigen Phasen solltet ihr euch auf euch selbst konzentrieren, darauf, was ihr könnt und darauf, herauszufinden, wer ihr seid und vor allem darauf, was euch gut tut. Ihr seid die Person, die gut genug ist, euch wieder aufzubauen. Ihr seid stark und könnt auf euch vertrauen.

Nur allzu oft machen wir unser Selbstwertgefühl auch davon abhängig, was Andere von uns denken. Natürlich ist es keine schlechte Sache, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Aber es immer allen Recht machen zu wollen, ist auf Dauer sehr schwer. Warum? Weil wir darüber meistens unsere eigenen Interessen aus dem Blick verlieren. Wir tun das, was Andere von uns verlangen. Wir kleiden uns so, wie es gerade Mode ist. Wir sagen das, was die Anderen hören wollen. Wir richten uns nach dem, was die Anderen tun. In Maßen und manchen Situationen ist das vollkommen legitim und durchaus positiv. Doch wenn wir immer nur versuchen das zu tun, was wir glauben, tun zu müssen, um in den Augen Anderer gut dazustehen, tun wir oft nicht das, was wir eigentlich gerne tun würden. Und oftmals liegen wir mit unserer Einschätzung der Gedanken Anderer auch gar nicht richtig. Was, wenn der/die Kolleg/in eigentlich lieber unsere ehrliche Meinung hören würde, als endlose Zustimmung? Was, wenn deine Meinung nicht zu Konflikten, sondern zu guten Ideen führt? Was, wenn die Anderen dich so wie du bist schön finden? Ein schönes Gefühl, oder? Das alles funktioniert aber nur, wenn du deine Meinung sagst. Deine kreativen Ideen auch äußerst und dich selbst schön findest und wohlfühlst. Dann sehen das auch die Anderen. Und wenn nicht – ist es nicht die Hauptsache, dass DU glücklich bist?

Wenn die Rede von Instagram, Facebook oder anderen Social Media Kanälen ist, geht es fast immer auch um Followerzahlen. Nur wer viele Follower hat, ist gut genug? Nein. Followerzahlen sagen letzten Endes nichts über euch aus. Nichts über euren Charakter, über das, was ihr wirklich könnt oder worin ihr gut seid. Stellt euch einmal vor, ihr würdet alles was ihr habt und seid an Instagram festmachen. Und dann plötzlich ist Instagram von heute auf morgen nicht mehr zu erreichen, die Plattform eingestellt. Was dann? Fragt euch einmal, worauf ihr stolz sein könnt. Es geht nun nicht mehr um Zahlen, sondern um das, was euch ausmacht. Natürlich macht es Spaß, seine Gedanken oder Posts und Fotos zu den verschiedensten Themen mit seinen Followern zu teilen – auch mir macht das Spaß. Aber macht euch nicht davon abhängig und seid euch bewusst, wer ihr abseits von Social Media wirklich seid.

Seien wir ehrlich – auch ich bin schnell total frustriert, wenn ein Lauf nicht so läuft, wie ich es gerne gehabt hätte. Es reicht eine schlechte Tagesform und schon ist es nicht die erhoffte neue Bestzeit, sondern ein neuer Negativrekord. Doch warum eigentlich Negativrekord? Versucht doch einmal, den Blick von der Zielzeit oder eurem Ergebnis abzuwenden und stattdessen zurückzuschauen. Ein halbes Jahr vielleicht. Oder auch ein Jahr. Wo wart ihr da? Und wie weit seid ihr bis dahin schon gekommen? Vergleicht eure Ergebnisse nicht mit denen Anderer und ärgert euch nur kurz, wenn es nicht die neue Bestzeit wurde. Schnappt euch dann neue (oder auch die alten) Ziele, tankt Kraft aus dem, was ihr bisher geschafft habt, und seid stolz auf euren Weg.

Bestimmt findet sich nicht jeder von euch in jeder Situation wieder. Aber ich bin sicher, dass euch Einiges bekannt vorkommt. Und lasst euch gesagt sein, es geht vielen so. Mir auch. Aber um die Frage aus dem Beitragstitel zu beantworten: Ja. Du bist genug. Wenn du das nächste Mal daran zweifelst, wage doch einmal einen Perspektivwechsel. Auch Freunde und Familie können durchaus ein guter Ratgeber sein und euch helfen, euch selbst zu akzeptieren und eure Stärken zu fördern. Denn: Du bist genug.


Wie immer freue ich mich auch bei diesem Beitrag über euer Feedback per Mail oder in den Kommentaren! Wenn euch eines der Themen besonders interessiert und ihr euch einen ausführlichen Beitrag darüber wünscht, lasst es mich doch wissen. Macht es gut, ihr Lieben!

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