Mein erster Halbmarathon: Potsdamer Schlösserlauf 2017 – So war’s

So schnell kann’s gehen. Da ist mein erster Halbmarathon schon vorbei. Am Sonntag ging es für mich 21,0975 km durch Potsdam (also eigentlich waren es sogar noch fast 600 Meter mehr, aber dazu später) und das voller Höhen und Tiefen.

Pünktlich zum großen Tag wurde ich ja am Donnerstag vergangene Woche auch noch krank. Ich bin mit Halsschmerzen aufgewacht und dem Gedanken „Oh nein, ich will doch am Sonntag laufen!“. Über Instagram habt ihr mir super viele liebe Tips gegeben, wie ich schnell wieder fit werden kann. Also gab’s vier Tage lang ganz viel Vitamine, Zink und Ingwertee. Wirklich fit bin ich davon leider nicht geworden. So wollte ich am Sonntag früh spontan entscheiden, ob ich laufen kann. Und nach einem Morgen voller Tränen und Gewissensbissen habe ich dann beschlossen, an den Start zu gehen. Ich hatte so lange auf diesen Tag gewartet und darauf hin trainiert und war so voller Adrenalin, dass ich einfach nicht Zuhause bleiben konnte.

An der Startlinie stand ich dann mit der Option, jederzeit aufzugeben, wenn ich mich zu schwach fühle. Aber die ersten 5 km liefen richtig gut. Eine Weile geradeaus im gemächlichen Tempo, ich hatte ja noch eine ganze Strecke vor mir. Beim ersten Wasserstand habe ich mir dann auch gleich zwei Becher Wasser geschnappt, einen zum Trinken und einen zum Überkippen, denn es war unheimlich heiß. Weiter ging’s auf die andere Havelseite am Ufer entlang an fast schon idyllischen Badestränden vorbei. Fies, wenn dann vor einer Gaststätte das Schild steht „Zeit für eine Pause, hier gibt’s was zu Essen“. Am liebsten hätte ich mir ja ein leckeres Eis gegönnt, aber zum Glück konnte ich widerstehen und die nächste Verpflegungsstelle, an der es Apfelstückchen gab, war auch nicht weit. Nach etwa der Hälfte der Strecke habe ich dann gemerkt, dass ich wirklich nicht ganz auf der Höhe war und musste die erste Gehpause einlegen. Die Wechsel zwischen Laufen und Gehen haben sich dann leider auch bis zum Schluss durchgezogen. Ich war sehr dankbar, dass es etwa alle 4 Kilometer Versorgungsstationen nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Cola und den schon erwähnten Äpfeln oder Bananen gab. Und als es dann durch’s Wohngebiet ging, standen an der Strecke einige Anwohner mit Wasserschläuchen und Rasensprengern – jede kalte Dusche war willkommen! Nach etwa 13 Kilometern habe ich dann wirklich mit dem Gedanken gespielt, es einfach sein zu lassen. Da rief eine mir völlig unbekannte Frau vom Streckenrand „Super Leistung. Du schaffst das!“ und trieb mir so fast Tränen in die Augen. Es ist jedes Mal so schön, wenn dich Unbekannte an der Strecke anfeuern und einfach mit jedem vorbeiziehenden Läufer mitfiebern. Das ist eine riesige mentale Stütze!

So habe ich mich weiter durchgebissen. Ich wusste, dass etwa nach Kilometer 16 meine Bekannten mit meiner Verpflegung (Wasser mit Elektrolyten) an der Strecke standen und dachte mir, dass ich da ja immer noch aussteigen könne. Als ich dann aber bei den Beiden angekommen war, war ich schon so weit, dass ich die letzten 5 Kilometer auch noch schaffen wollte. Es gab einen letzten Energieschub und ich habe alle meine Kraftreserven zusammen genommen.

Das letzte Stück war dann nochmal hart. Es ging durch den Schlosspark am Neuen Palais vorbei – ein recht weites Stück mit unebenem, sandigen Boden und vor allem in totaler Hitze in der prallen Sonne. Ein Glück, dass ich weise meine nicht schicke, aber sehr praktische Laufcap auf hatte. Jetzt wollte ich nur noch eins: über die Ziellinie laufen.

Kurz vor dem Zieleinlauf im Stadion dann die Frustration: meine Laufuhr zeigte schon die Halbmarathon-Strecke an, doch ich konnte das Ziel noch nicht mal sehen. Was war denn da los? Im Nachhinein habe ich von einigen Läufern gehört, dass sie deutlich zu viele Meter auf der Uhr hatten. Ich musste eine letzte Gehpause einlegen, doch als ich dann die Tartanbahn des Stadions betrat, gab es kein Halten mehr. Eine Läuferin feuerte mich vom Rand aus an „Weiter! Nur noch eine halbe Runde! Komm, auf geht’s!“. Unglaublich dieser tolle Support und Zusammenhalt unter Läufern!

Dann bin ich noch schnell an einem anderen Läufer vorbeigeflitzt und habe einen kleinen Zielsprint hingelegt (wenn man das in meinem Zustand noch sprinten nennen konnte) und dann war es schon passiert: Ich hatte die Ziellinie meines ersten Halbmarathons überquert. Was für ein überwältigendes Gefühl! Und wisst ihr was – ich würde es jederzeit wieder tun!

Beim nächsten Mal bin ich dann hoffentlich fit, es gilt eine Zeit (deutlich) zu verbessern – ich freue mich schon drauf!

2 Comments

  1. lauftraining.com #1 | Erster Eindruck | paulainmotion

    21. September 2017 at 20:37

    […] habe ich auch von meinem ersten Halbmarathon, nach dem ich ja so enttäuscht war (mehr dazu hier) und davon, dass meine Herzfrequenz immer zu hoch sei. Ronny hat mich dann erstmal ein wenig […]

  2. Dom

    13. September 2017 at 12:28

    Congrats Paula, an half marathon is not a easy race but you did it ! The second would be easier because you’ll know the distance.

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