Entscheidungen.

Heute habe ich einen Post für euch, der etwas persönlicher ist als meine bisheringen. Ich habe lange überlegt, ob ich ihn veröffentlichen soll oder nicht… und mich am Ende dafür entschieden. Entscheidungen zu treffen ist manchmal gar nicht so einfach.

Jeder von uns stand im Leben bestimmt schon mal vor einer Entscheidung, die wichtig war. Manchmal haben wir das Gefühl, dass sie unser Leben verändern könnten und manchmal sind sie ganz klein und kaum sichtbar. Jeden Tag müssen wir uns entscheiden. Was ziehe ich an? Was esse ich heute? Wann gehe ich ins Bett? Viele Entscheidungen treffen wir im Vorbeigehen, andere bereiten uns schlaflose Nächte.

In der Vergangenheit war ich mehrfach in der Situation, Entscheidungen treffen zu müssen, von denen ich überzeugt war, dass sie mein Leben verändern würden. Und das haben sie. Und nicht nur mein Leben, sondern auch mich selbst. Heute bin ich froh, dass ich meinen Weg bisher so gegangen bin, wie ich ihn gegangen bin.

Nach meinem Bachelor-Studium wusste ich nicht wirklich, wie es für mich weitergehen soll. Als Geisteswissenschaftler rennen einem Unternehmen nun auch nicht gerade die Türen ein. Also habe ich ein Master-Studium begonnen, das mir interessant schien. An der an derselben Uni, an der ich sowieso schon studiert hatte. War eben auch praktisch. Aber nach nicht mal einem halben Jahr habe ich gemerkt, wie schwer mir alles fiel. Ich konnte mich für die Inhalte nicht begeistern, war von alles und jedem genervt. Und eigentlich war die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt schon gefallen: Master abbrechen, etwas Anderes versuchen.

Doch das auch tatsächlich zu tun, war gar nicht so leicht. Denn ich wusste nicht, was meine Alternative sein sollte. Ich wusste nicht, wie meine Familie, mein Umfeld reagieren würden. Ich hatte Angst, mir meine Zukunft zu versauen.

Schließlich habe ich den Sprung dann aber doch gewagt. Erst war ich ziemlich orientierungslos, doch den Sommer über hatte ich Zeit, mir Gedanken zu machen. Die Entscheidung fiel dann für ein anderes Master-Studium in Berlin. Vom Saarland nach Berlin – noch wenige Zeit vorher hätte ich nie gedacht, einmal so weit weg zu ziehen. In Berlin kannte ich fast niemanden, aber eine Veränderung musste her, das spürte ich. So irgendwie. Und die Entscheidung war gefallen.

In Berlin angekommen wurde mir dann schnell klar, was ich wirklich wollte. Lehrerin sein, unterrichten, Kinder für die Sprache begeistern, die ich schon so lange so sehr liebe. Doch was jetzt? Ich hatte ja gerade erst einen ganz anderen Master angefangen und Lehrerin zu werden würde bedeuten, nochmal fast komplett von vorne zu beginnnen. Also verbrachte ich einmal mehr viel Zeit mit schlaflosen Nächten und Gedanken über eine Entscheidung, die eigentlich längst gefallen war.

Heute bin ich glücklich. Glücklich damit, bald mit dem Studium fertig zu sein und zu wissen, dass ich tue, was mir Spaß macht. Glücklich damit, meine Heimat für eine Zeit verlassen zu haben, um etwas Neues kennenzulernen. Ob ich für immer hier bleibe? Wahrscheinlich nicht. In Berlin bin ich auch ziemlich oft auf die Nase gefallen. Aber die Entscheidung, eine Zeit meines Lebens hier zu verbringen, hat mich viel selbstbewusster gemacht.

An allen Entscheidungen, die ich je getroffen habe, bin ich gewachsen. Nicht alle waren leicht und einige haben viel Zeit gekostet. Sie schienen auch nicht immer richtig, aber im Nachhinein sehe ich in jeder einzelnen einen Sinn.

Deshalb kann ich euch nur ermutigen, Entscheidungen zu treffen. Hört in euch hinein. Wo auch immer euch euer Weg hinführt, er geht immer weiter. Und Vieles, was euch momentan chaotisch erscheint, war im Nachhinein gar nicht so dumm, wie ihr vielleicht gerade denkt. Und selbst wenn: aus Fehlern kann man ja lernen. Alter Spruch, der aber immer noch Wirkung hat.

Habt keine Angst. Trefft Entscheidungen. Glaubt an euch und eure Ziele und wenn sich eure Ziele ändern, ist das keine Katastrophe sonder eure ganz persönliche Umleitung in zu eurem ganz persönlichen Glücklichsein!



Die Bluse auf den Fotos habe ich übrigens bei unserer Reise nach Schweden entdeckt – bei Lindex. Die Jeans ist von Esprit und die Schuhe (übrigens in dieser Farbe meine neuerdings absoluten Lieblingsteile) habe ich neulich beim Shopping in Berlin gefunden!

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1 Kommentar

  1. Buddy
    16. Juli 2017 / 17:53

    Hey Paula,
    …kann ich gut verstehen,
    Ich selbst stehe gerade bei Stufe 1.
    Was eine Umstellung betrifft, die Weichen sind entsprechend gestellt und jetzt nur noch abwarten, wie alles Weitere kommt oder passiert.
    Ich hatte damals was gelernt und konnte dort nie Fuß fassen. Hatte mich entsprechend mit anderen Jobs übers Wasser gehalten. Und mehrere Ideen und Versuche gehabt, etwas Neues zu lernen oder sogar zu Studieren. Und jetzt ist es der Erzieher geworden.
    Wenn ich Neuigkeiten habe von meiner neuen beruflichen Reise, kann ich berichten. 😉

    Lg Buddy 🙂

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