Getrennte Wege | Manchmal müssen wir mutig sein

Manchmal müssen wir mutig sein.

Dieser Satz klingt einfach. Manchmal müssen wir mutig sein, etwas wagen. Doch was ist, wenn der Mut in Verbindung mit einer Entscheidung steht, von der wir nicht wissen, wie sie für uns ausgeht? Was sie nach sich zieht? Was sie für uns bedeutet?

Manchmal müssen wir den Mut aufbringen, uns von Dingen zu trennen. Vielen fällt  das schwer. Doch was, wenn wir uns nicht von Dingen, sondern von Menschen trennen – und das ganz bewusst? Wer sich schon einmal von einer Person getrennt hat, weiß vielleicht, wovon ich spreche.

Eine Trennung ist oft die letzte Konsequenz einer nicht funktionierenden Beziehung, von der wir vielleicht zu Anfang glaubten, sie würde uns ein weites Stück unseres Lebens begleiten. Wenn wir uns aus Gründen trennen, die für uns offensichtlich und leicht zu benennen sind, Fremdgehen zum Beispiel oder andere Umstände, unter denen wir die Beziehung nicht weiterführen können, ist das oftmals schon nicht leicht. Häufig werden solche Entscheidungen von Wut oder Bitterkeit begleitet. Das wiederum hilft uns bei der Entscheidung.

Doch was passiert, wenn es keine auf den ersten Blick ersichtlichen Grund für eine Trennung gibt? Wenn wir immer glauben, Stress oder zuviel Arbeit würden das Glück unserer Beziehung beeinträchtigen und nicht wahr haben wollen, dass wir im Grunde genommen einfach nicht zueinander passen? Dann erfordert die Entscheidung Mut. Viel Mut.

Manchmal ist es besser, getrennte Wege zu gehen. Dies zu erkennen, braucht oft Zeit. Und irgendwann sind wir uns sicher, wissen, dass auch in unserem Fall die getrennten Wege besser für uns Beide sind als der eine, gemeinsame. Vielleicht haben wir es auch schon immer gewusst. Doch wir hatten Angst vorm Alleinsein, Angst davor, niemanden mehr zu finden, Angst vor der Einsamkeit. Und vor allem Angst davor, eine andere Person zu verletzen. All diesen Gefühlen zum Trotz eine Entscheidung zu fällen, bedeutet Mut.

Wir wissen nicht, was uns nach der Trennung erwartet. Doch wir wissen auch, dass der gemeinsame Weg nicht weitergehen kann. Manchmal führt die Entscheidung im Kopf, ohne sie ausgesprochen zu haben, schon dazu, dass wir uns langsam besser fühlen. Wir distanzieren uns innerlich mehr und mehr und merken, dass uns das Gefühlt gut tut. Das Gefühl, uns auf uns selbst zu konzentrieren, unseren eigenen Weg zu gehen. Der Weg, der für uns alle Türen offen hält und uns von nichts abhalten kann. Der Weg, auf dem wir mit uns und der Welt zufrieden und glücklich sind.

Wenn wir es schaffen, diese Entscheidung laut auszusprechen, wissen wir oft, dass wir eine andere Person damit sehr verletzen. Doch was hilft es, wenn wir uns nicht mehr wohlfühlen? Während einer Trennungsphase malen wir oft schwarz. Im Nachhinein betrachtet haben uns viele Trennungen gut getan, haben uns unseren eigenen Weg finden lassen und dabei geholfen, wir selbst zu sein.

Wenn wir stets Angst davor haben, Andere mit unseren Entscheidungen zu verletzen, verlieren wir uns auf diesem Weg schnell selbst. Wir müssen lernen, Entscheidungen nicht nur für Andere, sondern auch und vor allem für uns zu treffen. Nur, wenn wir den Mut haben, getrennte Wege zu gehen, können wir Beide unsere eigenen Wege finden.

Natürlich ist da wenn wir uns trennen immer auch noch diese eine andere Person, für die unsere Entscheidung im Moment nur schwer nachvollziehbar ist. Die Person, die die andere Hälfte der Beziehung ausgemacht hat und die wir vielleicht sehr verletzen.

Viele von uns haben sich sicherlich auch schon einmal in dieser Rolle befunden. All denjenigen, die vielleicht gerade mit sich hadern, die eine emotional bewegende Trennung hinter sich haben, möchte ich an dieser Stelle etwas sagen, was vielleicht immer einfach, fast ein wenig zu simpel klingt, und doch viel bedeutet: Ein Ende ist immer auch ein Neuanfang.

Nehmt euch Zeit, mit der Situation klar zu kommen, heult euch aus, sprecht mit Freunden, nehmt ein Stück Schokolade zur Hand oder lenkt euch ab. Alles, was gut tut, ist erlaubt. Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass wir an jeder Trennung wachsen, egal, ob wir diejenigen sind, die sie initiieren oder für die sie vielleicht ganz plötzlich kommt. Mit der Zeit gehen wir aus solchen Situationen gestärkt heraus. Auch ihr geht euren eigenen Weg und je mehr Hindernisse euch begegnen, desto fester wird der Weg unter euren Füßen.

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