Hosengröße: wunderbar! | Über den Größenwahnsinn und warum wir uns davon nicht beeinflussen lassen sollten

Vor Kurzem war ich gemeinsam mit meinem Freund shoppen. Eigentlich war es ein super schöner Tag, aber nachdem wir bei Mango reingeschaut hatten, kippte die Stimmung. Ich habe dort mehrere Hosen anprobiert. Alle in Größe 42. Das ist die größte Hosengröße, die man dort überhaupt kaufen kann. Und alle waren sie zu klein. Alle. Das hat mich unheimlich frustriert. Denn ich habe eine normale, weibliche Figur. Ich sehe gesund aus und bin weder übergewichtig noch unterernährt. Und trotzdem. In diesem Laden passte mir keine einzige Hose.

Manche würden vielleicht sagen: Was soll’s, kaufe ich eben woanders ein. Das habe ich zwar gemacht, trotzdem war ich frustriert. Eigentlich bin ich zufrieden mit mir, aber nach so einem Erlebnis ist es schwer, die Fassung zu bewahren. Wie kann es sein, dass mir in einem ganz normalen Laden einfach keine Hose passt?

Nach ziemlichem Frust habe ich dann irgendwann begonnen, mir mit klarem Kopf Gedanken über dieses Erlebnis zu machen. Und schnell ging der Frust in Wut über. Wut darüber, dass eine Konfektionsgröße 42 einfach so unrealistisch klein geschnitten ist, dass man sich eigentlich nur schlecht fühlen kann, wenn man nicht super dünn ist. Das ist unmöglich. Muss man sich da noch wundern, wenn sich so viele Frauen und Mädchen zu dick fühlen, obwohl sie eigentlich eine ganz normale, gesunde Figur haben?

Bloggerinnen wie Morena, die ihr bei Instagram als @m0reniita findet, setzen sich dafür ein, dass wir alle unseren Körper ein Stückchen positiver sehen und uns so akzeptieren, wie wir sind. Ich bewundere diesen Einsatz, denn mir selbst fällt das positive Denken meinem Körper gegenüber manchmal ehrlich gesagt nicht ganz so leicht.

Mein Freund, der viele meiner Fotos für Instagram schießt und bearbeitet, weigert sich, Fotos zu retuschieren. An den Farbreglern, der Sättigung oder dem Kontrast darf gedreht werden. Aber bloß nicht an mir oder meiner Figur. Anfangs führte das oft zu Streit. Inzwischen habe ich verstanden, dass er Recht hat. Wieso sollte ich meinen eigenen Körper photoshoppen? Ich bin, wie ich bin. Und zwar im echten Leben und auf Instagram. Ich möchte euch kein falsches Bild von mir vermitteln. Ich schreibe ehrliche Texte über Dinge, die mir am Herzen liegen. Und genauso ehrlich sollen meine Bilder sein.

Dass ich laufe und mich gesund ernähre, hat übrigens nichts damit zutun, dass ich abnehmen möchte. Ich mag es immer mehr, mich um meinen Körper zu kümmern und ihm Gutes zutun, da gehört eine gesunde Ernährung dazu. Und wie ihr ja wisst: gesund mit einem Hauch Schokolade :). Das Laufen gibt mir ein unheimlich schönes Gefühl von Freiheit und es macht mir total Spaß, mich immer wieder selbst herauszufordern.

Das sind die Dinge, auf die wir uns konzentrieren sollten. An erster Stelle auf uns selbst und auf die Dinge, die wir lieben und die uns Spaß machen. Auf die Menschen, die uns gut tun. Den Menschen, die uns lieben, ist egal, wie wir aussehen. Wir sollten uns ein Beispiel an ihnen nehmen und uns auch so lieben, wie wir sind.

Manche Firmen haben ja schon den Schritt getan, die Kleidergrößen durch Bezeichnungen wie “Wunderschön” oder “Atemberaubend” zu ersetzen. Ich finde das eine super Idee. Klar, es gibt nach wie vor Größenunterschiede zwischen den Bezeichnungen. Aber der Gedanke, man müsse eine möglichst kleine Zahl tragen wird abgelöst von einem, der uns zeigt, dass wir alle gut aussehen, egal, was auf dem Etikett steht.

Wenn ihr also das nächste Mal einkaufen geht, achtet nicht auf die Zahl. Achtet darauf, was eure wunderschöne Figur in Szene setzt und eure innere Schönheit strahlen lässt! Das mag nicht einfach sein, aber je öfter ihr es versucht, desto besser klappt’s. Versprochen – ich hab’s ausprobiert :)!

Macht’s gut, ihr Lieben <3

 

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6 Kommentare

  1. Jemand
    18. August 2017 / 10:28

    Hosengrössen ohne Zahlen würden mich nerven, weil ich nicht wüsste, ob ich “wundervoll” oder “bildschön” bin. Ich glaube auch, in jedem seriösen Modegeschäft (dazu zähle ich Mango nicht) findest du Hosen, die dir passen. Gut, dass dein Freund dich manchmal daran erinnert, dass du schön bist wie du bist. Fast schade, dass es solche Blog-Artikel geben “muss” – es wäre schön, wenn das selbstverständlich wäre. Schreibt dir ein Mann mit lieben Grüßen…

  2. Mine
    17. August 2017 / 14:18

    Liebe Paula,
    ich kann dir so nachfühlen. Zu den doofen Größen kommt dann meistens noch ein richtig fieses Licht in der Umkleidekabine, so dass man am liebsten flüchten möchte. Ich habe es mir vor allem beim Hosenkauf das online-shopping zu nutzen gemacht. Meistens bestelle ich eine Hose in vielen verschiedenen Größen. Daheim kann ich dann in Ruhe anprobieren und fühle mich schon viel wohler. Die Größe die auf den Schildchen steht ist mir schon lange egal! Und es gibt Läden die von ihren Schnitten auch einfach nichts für Frauen mit Hüfte und Oberschenkel sind, da gehe ich einfach nicht mehr rein.
    Allerliebst Mine

  3. Vanda
    16. August 2017 / 17:24

    Wunderschön geschrieben

  4. Attilio
    16. August 2017 / 11:44

    Some shops give a bad idea of the right body figure, I agree with you the first thing we should take care of is to taste our life and love ourselves and people we care.
    Thanks a lot for this lovely post, I hope it will help girls and women to feel good with their own body and to remember that a small piece of chocolate or any other kind of “gift” will not influence the dress size, mindset and day by day good food will make the difference

  5. Maike
    15. August 2017 / 16:30

    Oh du bist unglaublich toll! So geht es mir auch oft! Du sprichst ganz vielen Frauen aus dem herzen! Mach weiter so!:)

    • paulainmotion
      15. August 2017 / 16:54

      Liebe Maike, vielen lieben Dank, ich hab mich sehr gefreut über deinen Kommentar :*. Viele Grüße Paula

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