Kurztrip nach Wien

Oh, du wunderschönes Wien!

Wie ihr vielleicht schon wisst, habe ich gerade ein verlängertes Wochenende in Wien verbracht. Es war wunderschön! Wien ist so eine tolle Stadt! Ich war zum ersten Mal da und hab’ mich sofort verliebt.

In drei ganzen und zwei halben Tage haben wir es gar nicht geschafft, meine ganze Will-ich-unbedingt-sehen-Liste abzuarbeiten. Das war zwar schade, spricht aber umso mehr für Wien! Fast alles, was wir uns angeschaut oder unternommen haben, hat sich auch gelohnt. Deshalb nehme ich euch heute mit auf unsere Reise und zeige euch, was wir uns angeschaut haben und was sich lohnt, falls ihr demnächst auch mal auf einen Abstecher in Wien seid.

Geplant habe ich das Meiste übrigens mit meinem Reiseführer von Baedeker (Titel “Wien”, Neue Ausgabe). Den hatte ich mir gekauft, weil mir die ziemlich ausführlichen Beschreibungen so gut gefallen haben und es neben den Infos zu den Sehenswürdigkeiten auch Einiges zu Land und Leuten gibt (warum ihr zum Beispiel keinen Kaffee, sondern eine Mélange bestellen solltet).

Hofburg (Kaiserappartments, Sisi-Museum)

Kaum in Wien angekommen, ging es für uns direkt auf die Spuren von Kaiserin Sisi und ihrem Franzl. Wie auch anders, die  Beiden begegnen einem ja fast überall in der Stadt, was ich persönlich ganz charmant finde. Sie gehören einfach zum Wiener Flair. Das Sisi-Museum ist schön und abwechslungsreich gestaltet, meiner Meinung nach auch interessant, wenn ihr keine obsessiven Sisi-Fans seid. Gleiches gilt für die Kaiserappartments der Hofburg, die ebenfalls einen Besuch wert sind.

Weltmuseum

Das Weltmuseum, in fußläufiger Entfernung zur Hofburg, hat mir leider nicht so gut gefallen. Ausgestellt sind hier Sammlungen von Mitbringseln und Kuriositäten aus aller Welt, die im Laufe der vielen Jahre Habsburger Dynastie nach Wien gebracht worden sind. Erstmal klingt das spannend, aber die Konzeption des Museums war leider weniger schön gemacht. Die Zusammenstellung der Ausstellungsräume wird teilweise nicht ganz klar und zwischendurch stand ich zwischen riesigen Sammlungen tausender Exponate, ohne zu wissen, was was ist. Beschriftet waren die Exponate nämlich teilweise nur spärlich und auch die Beleuchtung war mittelmäßig, so dass die Beschilderung teilweise kaum zu lesen war. Schade, eigentlich hatte mich das Weltmuseum inhaltlich sehr interessiert!

Die obligatorischen Wiener Schnitzel

… durften auch bei uns natürlich nicht fehlen! Auf die Empfehlung einer Freundin hin waren wir im Café Amacord (Rechte Wienzeile 15) – und die Empfehlung gebe ich gerne an euch weiter, die handgeklopften Schnitzel waren definitiv einen Besuch wert.

Prater

Auch wenn wir an einem sonnigen Samstag Ende März im Prater waren, waren einige Fahrgeschäfte noch geschlossen. Es war auch viel weniger los, als wir erwartet hatten. Ob nun das  Huhn oder das Ei zuerst da waren, wissen wir nicht. Wir haben uns eine Fahrt auf dem höchsten Kettenkarussell der Welt gegönnt. Erst war ich voller Vorfreude, doch als es dann über 100 Meter über die Dächer Wiens hinausging, war ich doch froh, dass jemand zum Festhalten ganz nah an meiner Seite saß :). Eine kleine Achterbahnfahrt gab’s dann auch noch, einmal im Prater fahren gehörte für mich einfach dazu.

Schloss Schönbrunn & Wagenburg

Wenn ihr Schloss Schönbrunn besichtigen möchtet, empfehle ich euch, in jedem Fall vorher online Karten zu kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Beim Kartenkauf könnt ihr eine Einlasszeit auswählen, zu der ihr dann direkt ins Schloss kommt. Auf Anraten einer Freundin haben wir die Grand Tour gemacht (bei der man nochmal gut 20 hochherrschaftliche Zimmer mehr bestaunen kann als bei der Imperial Tour), die sich gelohnt hat. Schade war, dass der Audioguide teilweise wörtlich dasselbe erzählt hat wie der in den Kaiserappartments der Hofburg. Die spannenden Räume waren eigentlich die, die wir bei der kleinen Tour gar nicht zu Gesicht bekommen hätten. Wusstet ihr übrigens, dass in Schönbrunn nicht nur Sisi und Franzl residiert haben, sondern auch Napoleon während der französischen Besatzung?

Neben den Räumen im Schloss haben wir uns auch noch die Wagenburg angeschaut, in der zahlreiche kaiserliche Kutschen ausgestellt sind, die durchaus einen Blick wert waren. Mir war zum Beispiel gar nicht klar, wie riesig die Kutschen zum Teil waren oder dass es auch kleine Miniaturkutschen für die Prinzenkinder gab, die dann von Ponys oder Ziegen gezogen wurden.

In den Außenanlagen hätten wir übrigens noch die Gärten, ein Labyrinth, den Botanischen Garten oder nicht weit entfernt auch den Zoo sehen können. Alles haben wir leider nicht geschafft, dafür müsste man vermutlich mindestens einen ganzen, wenn nicht sogar lieber zwei Tage einplanen.

Vienna Time Travel

Die Vienna Time Travel Tour steht für mich ein wenig im Kontrast zu den ganzen Originalschauplätzen der Habsburger Dynastie. Nach einem kurzen Ritt durch die Zeit im 4D-Kino wird man durch verschiedene Stationen der Geschichte Wiens geführt, alle irgendwie lustig animiert und aufbereitet. Sisi und Franz tauchen auch hier wieder auf, diesmal als lebensgroße sprechende Puppen. Außerdem sind wir Mozart und Strauss begegnet. Auch der Kehrseite der Wiener Geschichte, die nicht immer nur vom Glanz der Habsburger geprägt war, sondern im Mittelalter von der Pest oder im Krieg von Bombenangriffen betroffen war, begegnet man bei der Tour. Insgesamt ist die Tour nett gemacht – man muss sie aber nicht zwingend gesehen haben.

Streifzug durch die Straßen Wiens

Im Nachhinein habe ich es ein wenig bereut, dass ich so viel auf meine Will-ich-Sehen-Liste geschrieben habe und wir zwischendurch nur wenig Zeit hatten, einfach mal in den Straßen Wiens die Seele baumeln zu lassen. Das lohnt sich nämlich auf jeden Fall. Wien ist voll von wunderschönen alten Gebäuden! Das Parlamentsgebäude in fußläufiger Entfernung zur Hofburg beispielsweise lohnt auf jeden Fall einen Blick, auch Stephansdom und Karlskirche natürlich sind alleine von außen schon den Weg dorthin wert. Aber auch etwas abseits der großen, bekannten Bauten ist Wien voller schöner Ecken. Beim nächsten Besuch werde ich mir auf jeden Fall die Zeit nehmen, noch mehr Wiener Luft zu schnuppern.

Und noch eine kleine ganz persönliche Empfehlung von mir, falls jemand von euch auch so ein Papeterie-Fan ist wie ich: in der Herzilein-Papeterie (Am Hof 5) hätte ich mich stundenlang aufhalten könne. Das elegante Wiener Flair zwischen französischer Musik und wunderschönen Postkarten, Schreibwaren und Krimskrams. Bei sowas geht mir das Herz auf :).

Laufen waren wir übrigens auch – direkt neben dem Prater gibt’s einen riesigen Park, in dem man super gut große und kleine Touren drehen kann. Auch die Strecken entlang des Donaukanals wurden mir empfohlen.

Was wir nicht gesehen haben? Meine Liste ist noch lang! Da wären der Kronschatz, das Technikmuseum, die Albertina, das Kunsthistorische Museum, das Globenmuseum und, und, und… Ihr seht schon: Wien ist mehr als einen Besuch wert! Kaum bin ich wieder in Berlin, möchte ich am liebsten direkt wieder aufbrechen und mich in den nächsten Flieger nach Wien setzen. Schauen wir mal, wann es soweit ist!

Eure Paula

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