lauftraining.com #2 | “Deine Uhr ist nicht dein Gefühl”

Hallo ihr Lieben,

zu Beginn der Woche habe ich euch von dem mentalen Stress berichtet, den ich mir vor meinem nächsten Lauf am Sonntag, dem The Great 10k in Berlin, mache.

Und pünktlich zu den kleinen fiesen Stresszwergen in meinem Kopf klingelte heute mein Telefon – Ronny, den ihr schon aus meinem ersten Erfahrungsbericht zu meinem Training mit lauftraining.com kennt (hier geht’s direkt zum Beitrag), war am anderen Ende der Leitung. Das Telefonat hat mir unheimlich gut getan und geholfen, einigen Stress von meinen Schultern zu nehmen. Deshalb möchte ich ein paar Dinge daraus auch unbedingt mit euch teilen, denn viele von euch haben mir geschrieben, dass es ihnen vor Läufen oft genauso geht wie mir!

Am Donnerstag hatte ich Ronny im Protokoll meines letzten Trainingslaufes vor dem großen Tag gefragt, ob denn die 60 Minuten auf 10 Kilometer realistisch seien. Cool, jetzt ruft er an und beantwortet die Frage und dann weiß ich, was ich am Sonntag laufe. Oder etwa nicht?

Nein, Ronny hat gar keine Zeitprognose aufgestellt. Das wollte er auch gar nicht. Und zwar ganz bewusst. Mein Lieblingssatz aus diesem Telefonat war ganz eindeutig “Deine Uhr ist nicht dein Gefühl”. Meine Uhr weiß nicht, ob ich gerade Berg rauf oder Berg runter laufe oder mir der Wind ins Gesicht bläst. Meine Uhr weiß auch nicht, wie ich mich fühle.

Deshalb soll ich die Kilometermarken für einen kurzen Orientierungsblick auf die Uhr nutzen – und mich den Rest der Zeit auf das Rennen und nicht auf meine Uhr konzentrieren. Erklärtes Ziel: das Beste aus mir rausholen. Wenn ich nach 01h02 über die Ziellinie renne und alles gegeben habe, super. Wenn ich nach 59 Minuten durch’s Ziel laufe und nicht alles gegeben habe, dann habe ich mein Ziel eigentlich nicht erreicht.

Einen Tip hat Ronny mir auch noch für den Moment vorm Start gegeben. Im Startblock einfach einmal durchatmen und in Ruhe nach links und recht schauen. Wie ist die Stimmung? Was passiert um mich herum? Was machen die anderen LäuferInnen? Die sind nämlich auch nervös und das gehört dazu, ist aber lange kein Grund, sich gestresst zu fühlen.

Und dann: ab geht’s und alles rausholen! Und die gute Laune nicht im Starblock vergessen!

Ronny und ich haben den The Great 10k als Startpunkt für mein Training für den Berlin Halbmarathon im nächsten Jahr festgelegt. Und auch das hilft mir, mental zu entspannen. Mal abgesehen von der Zielzeit: wir stehen hier am Beginn meines Halbmarathontrainings. Super Sache, oder?

Wie es Sonntag tatsächlich gelaufen ist, erfahrt ihr dann ganz bald! Ronny musste ich übrigens versprechen, dass er auf Instagram nur lachende Bilder von mir findet ;).

Eure Paula


Wenn ihr übrigens mehr über Ronny Martick und sein Team erfahren möchtet oder selbst Lust bekommen habt, mit ihm zu trainieren, dann schaut doch mal auf der Webseite von lauftraining.com vorbei!


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2 Kommentare

  1. Christina
    20. Februar 2018 / 6:07

    Hallo Paula! Das hat grade echt gut getan diesen Beitrag zu lesen und von deinem Telefonat mit profitieren zu können. Auch wenn das Thema für dich vielleicht nicht mehr akut aktuell ist, insbesondere dieses „soll ich auf die Uhr gucken“ setzt mich derzeit auch total unter Stress während des Trainings. Das Beste Beispiel hatte ich letzten Samstag: Ich laufe noch nicht so lange aktiv und trainiere aktuell mich in Strecken hochzuarbeiten. Da ist mir die Zeit egal. Bei kurzen bekannten Strecken jedoch, nehme ich mir gerne eine Wunschpace vor, die ich auf biegen und brechen einhalten möchte. Letzten Samstag hat es geschneit, meine gewohnte Laufstrecke war vereist. Während des Trainings bin ich mehrmals ausgerutscht und daraufhin ziemlich verkrampft weitergelaufen. Man kann sich vorstellen, wie negativ sich diese krampfigen Mäuschenschritte auf die Pace ausgewirkt haben. Und dann habe ich ernsthaft was getan, was mir bisher noch nicht passiert ist: Ich habe aufgegeben. Nach 4 km war Schluss und ich habe frustriert einen Baum mit Schneebällen abgeworfen. Meine Laune war unterirdisch. „Deine Uhr ist nicht dein Gefühl“. Danke, lieber Ronny und liebe Paula für diesen Satz!! Ich hoffe, diesen Satz bei meinem zukünftigen Trainings immer im Hinterkopf behalten zu können. Denn was viel schlimmer für mich war, als der Blick auf die „miese Zeit“ war letztendlich die Erkenntnis, dass ich nicht am Ball geblieben bin. Ich möchte, dass mir das nicht nochmal passiert.

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