Warum laufen wir?

Kennt ihr den Moment, wenn ihr morgens im Bett liegt, eigentlich laufen gehen wolltet, das Bett dann aber doch viel gemütlicher ist? Oder wenn ihr bei einem Wettkampf alles gebt, unbedingt eure Zeit schaffen wollt und euch dann in Gedanken fragt, warum ihr euch diese Strapazen antut?

Ich kenne diese Gedanken und habe mich deshalb gefragt: Warum laufen wir?

Beine an, Kopf aus

Beim Laufen schalten wir ab. Laufen bringt uns auf unsere Gedanken und blendet den Alltag aus. Bei mir funktioniert das umso besser, je länger oder weiter ich laufe. Nach einer Zeit stellt sich ein Rhythmus ein, in dem meine Beine einfach nur noch laufen, sich von der Straße tragen lassen. Meinen Kopf kann ich dabei ausschalten. Ich lasse mich total in den Rhythmus meiner Füße fallen und genieße die Stille in meinem Kopf für einen Moment, bevor ich wieder in den Alltag zurück muss.

Manchmal gibt es aber auch Tage, an denen mir das Abschalten nicht gelingt. Das ist normal. An diesen Tagen nutze ich das Laufen, um die Probleme des Alltags mit ein wenig Abstand zu betrachten und einmal in alle Richtungen zu denken, bevor ich eine Entscheidung treffe oder handle. Dabei hilft es enorm, dass ich mich beim Laufen wirklich nur auf mich konzentrieren kann und nicht abgelenkt bin von klingelnden Telefonen, der unaufgeräumten Küche, die neben dem Schreibtisch auf mich wartet oder anderen Dingen, die mich nicht konzentriert arbeiten lassen. So komme ich von meinen Läufen oft mit einem Haufen frischer und klarer Gedanken zurück. Ist das nicht wunderbar?

Laufen bringt Freu(n)de

Bevor ich mit dem Laufen angefangen habe, hätte ich beim besten Willen nicht gedacht, wie viele tolle Leute ich darüber noch kennenlernen werde. Anfangs war ich hauptsächlich alleine unterwegs. Aber als ich angefangen habe, mich den ersten Gruppen anzuschließen, zu Veranstaltungen zu gehen, an Läufen teilzunehmen, habe ich nach und nach richtig tolle Leute kennengelernt. Nicht zuletzt über Instagram habe ich dann auch gleich noch mehr andere LäuferInnen kennenlernen dürfen. Inzwischen mag ich nach wie vor auch meine Läufe, bei denen ich ganz für mich bin, aber ich laufe immer lieber auch in der Gruppe. Es macht total viel Spaß, sich bei einem Läufchen nicht nur über das Training sondern auch über’s Leben auszutauschen und interessante neue Menschen kennenzulernen. Findet ihr nicht auch?

Herz-Kreislauf-System trainieren und fit werden

Natürlich tun wir beim Laufen auch etwas für unsere Gesundheit. Immer vorausgesetzt, wir übertreiben es nicht. Laufen stärkt das Herz-Kreislauf-System und nicht zuletzt bin ich durch das Laufen auch überhaupt auch erst auf die Idee gekommen, auch etwas für die Körpermitte zutun und mich nicht ausschließlich auf’s Laufen zu beschränken. Für meinen Körper fühlt sich das sehr gut an. Je länger ich laufe, desto wohler fühle ich mich in meiner Haut, weil ich weiß, dass ich etwas für meine Gesundheit tue und das macht mich glücklich. Auch zur gesünderen Ernährung bin ich letztlich erst durch das Laufen gekommen. Mit kleinen Schritten habe ich angefangen und mich dann aus Interesse nach und nach immer mehr damit beschäftigt. So laufe ich nicht einfach nur, sondern tue ohne Zwang und ganz nebenbei auch noch immer mehr und mit viel Freude etwas für einen gesunden Lebensstil.

Einmal richtig auspowern

Es gibt Tage, da hilft es nicht, einfach nur mal ein bisschen durch den Wald zu joggen. An manchen Tagen habe ich das Bedürfnis, mich einfach mal richtig auszupowern. Richtig Vollgas geben, an die Grenzen und darüber hinaus gehen. Einmal sehen, wie weit die Beine einen tragen. Um danach Zuhause anzukommen, eine heiße Dusche zu genießen und hundemüde auf die Couch zu fallen. Das Gefühl genießen, alles gegeben zu haben und mit sich und der Welt im Reinen zu sein. Seinen Weg zu gehen, egal, wo er hinführt und dieses Gefühl von „Einfach mal machen“ zu genießen. Oder wie seht ihr das?

Persönliche Herausforderungen meistern

Nicht zuletzt, ihr ahnt es sicher schon, birgt das Laufen für mich auch einige persönliche Herausforderungen. Es gefällt mir, mir meine eigenen Ziele zu stecken und darauf hin zu arbeiten. Und diese Ziele müssen ja nicht immer unbedingt sein, bei einem Lauf eine gute Zeit rauszuholen. Vielleicht habt ihr auch gar keinen Spaß daran, an Läufen teilzunehmen, sondern lauft nur für euch. Und auch dabei könnt ihr persönliche Herausforderungen meistern. Die Herausforderungen des Alltags, des Stresses, der uns im Leben alle mal umgibt. Das Laufen hilft uns dabei, Pausen zu machen und abzuschalten. Vielleicht habt ihr gerade erst mit dem Laufen angefangen und freut euch über jeden Kilometer mehr, den ihr in der Lage seid, am Stück zurück zu legen oder ihr trainiert gerade für euren ersten Marathon. Ganz egal, was es ist und was das Laufen für euch bedeutet. Es hilft uns herauszufinden, wohin wir gehen möchten, egal, ob wir Tempo machen oder uns treiben lassen.

Ihr habt noch nicht mit dem Laufen begonnen, weil ihr euch bisher nicht dazu aufraffen konntet? Ich würde sagen, das waren jetzt genug gute Gründe. Also ab in die Schuhe und raus :)!

Wenn es für euch noch andere gute Gründe zum Laufen gibt, teilt sie doch mit mir und den anderen LeserInnen in den Kommentaren!

Eure Paula


Danke an die wundervolle Hanin von ausgelöst Fotografie, die die Fotos für diesen Beitrag gezaubert hat!

2 Comments

  1. Lavinia

    22. November 2017 at 8:12

    Wenn ich nach meinem Arbeitstag aus dem Büro rauskomme, schaue ich manchmal auf den Schrittzähler und denke mir „das kann doch nicht wahr sein“. Nach einem Arbeitstag habe ich manchmal nicht mal 1000 Schritte gemacht. Ich merke, dass ich körperlich unausgelastet bin, dass ich aufgrund des Mangels an frischer Luft total müde und irgendwie dizzy bin. Dann tut es einfach unglaublich gut, sich die Laufschuhe anzuziehen und eine Runde laufen zu gehen. Es ist wie eine kalte Dusche: Man ist danach frisch und wach, obwohl man sich nach einem langen Tag im Büro zuerst super ausgelaugt gefühlt hat. Selbst wenn es nur ein kurzer Lauf ist, tut mir persönlich das richtig richtig gut.

  2. Regina

    19. November 2017 at 18:21

    wunderschöner Blogbeitrag <3

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