Wie werde ich Berliner #2: Die Klamotte

Nachdem ich euch vor knapp drei Wochen schon davon berichtet habe, wie sich das Berliner Alltagsleben für mich als Zugezogene so anfühlt (hier geht’s direkt zum Post), dreht sich heute alles um die richtige “Klamotte”.

Was sagen die Anderen?

In Vorbereitung zu diesem Post habe ich mich auf eine kleine virtuelle Recherche-Reise begeben und mal online durchstöbert, was Andere so über den Berliner Look sagen. Da habe ich gelesen von Parkas, Röhrenjeans und Leggings. Von Second Hand-Designerstücken und dem richtigen Outfit für jeden Club. Doch was bedeutet der Berliner Look für mich?

Zeig mir, was du anziehst und ich sage dir, wo du wohnst

Vorsicht, Klischees! Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von Klischees, aber es ist schon so, dass ich in Berlin gewisse Tendenzen erkennen kann. Klar, die treffen nicht immer auf jeden gleichermaßen zu. Aber mit einem Augenzwinkern möchte ich an dieser Stelle die Charlottenburger grüßen, die im lässig-eleganten Business-Look über den Kudamm flanieren. Ein Hoch auf all die Kreuzberger, die im praktischen Vintage-Look die Stadt erobern. Die Öko-Mamis aus Prenzlauer Berg die, immer auf faire Mode bedacht, ihre Kinder auf dem Spielplatz mit besonders gesundem Superfood füttern. Und nicht zu vergessen natürlich die Berliner Urgesteine aus Marzahn, in ihren Sandalen mit winzigem Absatz, bunten Shirts mit Glitzerprint und einer Tonne Haarspray im aufwändig toupierten Haar.

Berlin heißt praktisch, lässig und ungezwungen

Super beliebt sind in Berlin Second Hand-Shops. Wer die Vintage-Bluse nicht von Oma geerbt hat, findet hier allerlei Schönes (und weniger Schönes…) zwischen bunten Blumen aus den 60ern und wunderschönen Handtaschen-Fundstücken aus Leder, die ich übrigens auch ziemlich gut finde. Wenn’s mal nicht die Handtasche sein soll, geht auch ein Jutebeutel. Früher wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, mein Hab und Gut einfach in einen Beutel mit flotten Spruch zu stecken. Mittlerweile liebe ich meinen “Always be yourself unless you can be a unicorn. Then always be a unicorn”, den mir meine liebe Freundin Frieda zum Geburtstag geschenkt hat. Ein Jutebeutel als Fashion-Accessoire? Ja, in Berlin geht das. Passend dazu: abgetragene, aber super bequeme Sneakers, die inzwischen auch schon als Vintage-Teile durchgehen. Dazu eine nette Jeans, eine Brille mit Fensterglas (gehört halt als echter Hipster dazu) und die Haare zu einem leicht messigen Dutt gesteckt, den Oma wahrscheinlich weniger schön gefunden hätte (erst Recht in Kombination mit ihrer schönen Sonntags-Bluse!).

Berlin bedeutet Vielfalt

Am wichtigsten finde ich persönlich aber, dass in Berlin eigentlich alles erlaubt ist. Will man nicht gerade am Türsteher eines ganz bestimmten Clubs vorbei, so kann sich hier jeder so anziehen, wie es ihm oder ihr gefällt. In Berlin treffen so viele Kulturen aufeinander, so viele Menschen und jeder bringt seinen eigenen Stil mit. Es gibt keinen Einheitslook, die Stadt ist voller Kreative, die ihren eigenen Look leben. Man muss sich nur mal eine Weile in ein Café setzen und schon begegnen einem die unterschiedlichsten Outfits, Stilbrüche, natürliche Looks und bunte Vögel. Berlin hat Geschichte – und so erzählen auch Berlins Outfits bunte Geschichten. Individuelle Geschichten voller Leben.

Mir hat Berlin geholfen, meinen ganz eigenen Stil zu finden. Hier komme ich mir nicht mehr komisch vor, in gestreifter Hose, bunten Schuhen oder kurzen Shorts auf die Straße zu gehen. Was mir gefällt, ziehe ich an. Das war nicht immer so. Deshalb kann ich nur sagen “Danke, Berlin, für deine Looks!”.

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